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Gernotshagen: „Weltenbrand – Die Banner hoch der Nacht entgegen“ Review

Mai
1

 

Nach schier endlos langer Zeit des Wartens ist es nun endlich da: Gernotshagens Nachfolgealbum für die fundamentale ‚Märe aus wäldernen Hallen‘ aus dem Jahr 2007. Der neue Silberling hört auf den Titel ‚Weltenbrand – Die Banner hoch der Nacht entgegen‘.

Klingt schonmal viel versprechend. Mit 9 Stücken und einer Laufzeit von knapp einer Stunde überschreiten die Thüringer zwar keine Grenzen halten sich aber merkbar  an den Grundsatz „Qualität statt Quantität“:

Das Album ist fett, sauber und aufwändig produziert. Es lässt sich selbst bei hoher Lautstärke noch sehr angenehm hören. Ich habe mich dazu entschlossen nicht akribisch auf jeden Song einzeln einzugehen, da würde ich nicht fertig werden mit Schreiben denn auf diesem Album gibt es einfach unglaublich viel zu entdecken und zu hören.

Hervorzuheben ist gleich zu Beginn Vokalist Askan welcher unter Garantie zu den wandelbarsten in der Szene gehört: Brachiale Growls welche direkt aus Hel zu stammen scheinen, schneidend aggressive Screams, zum Hinknien schöner Cleangesang, geheimnisvolles Flüstern…es ist fürwahr ein Ohrenschmaus diesem Mann zuzuhören.

Ruhige Parts die man mit geschlossenen Augen genießen sollte, aggressive Stellen die einen zum Abschädeln zwingen und hymnische Passagen die zum Mitsingen einladen gehen hier Hand in Hand einher und erzeugen eine unglaublich atmos(h)phärische Dichte wie ich sie seit „Sagas“ von den Genrekollegen Equilibrium nicht mehr erlebt habe. Und das will wahrlich etwas heißen.

Auch wenn ich nicht vorhatte auf jeden Song einzeln einzugehen, so habe ich trotzdem meine persönlichen Anspieltipps: Da haben wir zum einen das Eröffnungsstück ‚Offenbarung‘ welches einen mit melancholischen Akustikgitarren- und Flötenweisen, begleitet von ruhigem Geflüster, direkt zu Beginn in den Bann des Albums zieht. Ein flüssiger Übergang besteht dann zum Titeltrack ‚Weltenbrand‘. Der Song ist düster und atmosphärisch gehalten, die Stimme grollt einem wie Donner entgegen und spätestens beim zweiten Refrain kann man, selbst beim ersten Mal Hören, mitsingen. Die ‚Blinde Wut‘ ist mit knapp 4:00 Minuten eines der kürzeren Stücke des Albums aber dafür das eingängigste. Auch hier wird man direkt zum Mitsingen gezwungen. Der clean gesungene Pre-Chorus hängt mir seit Tagen in den Ohren. Zum Schluss möchte ich das letzte Stück nennen welches im Prinzip auch ein Titeltrack ist, ist es doch nach dem Untertitel des Albums benannt: ‚Die Banner Hoch der Nacht entgegen‘ baut auf einer wundervollen Piano-Spur auf und beendet dieses Album vollkommen ohne E-Gitarren und Härte sondern mit viel Gefühl, Herzblut und Leidenschaft.

FAZIT: Filigrane Gitarrenarbeit, präzise und koordinierte Drums, wunderschön arrangierte Keys, ein unerschöpflicher Sänger, unter dem Pagan-Mantel tiefgründige Texte, großartige Melodien…dies alles erzeugt einen gewaltigen Bombast der vor Epik und Gänsehautmomenten nur so strotzt und letztendlich in einem rundum genialen Pagan-Album resultiert welches ich hiermit jedem der nur ansatzweise einen Hang zu dieser Musik hat ans Herz lege.

Ich verabschiede mich, mit einem letzten kalten Schauer auf dem Rücken, mit einem Zitat:

‚So ziehen wir im Stillen gemeinsam durch das Leben, die Banner hoch der Nacht entgegen!‘

 

Ben ‚Loki‘ Möltner

 

Additive Informationen:

www.gernotshagen.de

www.trollzorn.de

TRACKLIST:

1. Offenbarung

2. Weltenbrand

3. Einsam

4. Blinde Wut

5. Thursenhain

6. Freyas Schoß

7. Sturmbringer

8. Schlachtenbruder

9. Die Banner hoch der Nacht entgegen

 

LINE-UP:

Askan – Vocals

Steffen Beck – Bass

Maik Pomplun – Lead Gitarre

Daimonicon – Rhythmus Gitarre

Sebastian Jung – Keyboard

Marcus Röll – Drums

 

DISKOGRAPHIE:

2001: Infinitus Malum (Demo CD)

2002: Wintermythen (Eigenproduktion)

2007: Märe aus wäldernen Hallen (Trollzorn Records)

2011: Weltenbrand – Die Banner hoch der Nacht entgegen (Trollzorn Records)

 

 

 

 

 

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