Archive for the ‘CD Reviews’ Category

CD Review: CRUADALACH – Rebel Against Me

Feb
13
CRUA1Rebel Against Me ist das zweite vollständige Album der Prager Band CRUADALACH. Es enthält 12 Songs und hat eine Gesamtlänge von 40:25 Minuten. Die viel zahl der Instrumente machen den Sound dieser Band einzigartig. Es ist eine Mischung aus Eluveitie und Primordial. Der Gesang ist Clear und auch Gescreamt. Zu spüren sind ganz klar die Einflüsse der Irisch/Keltischen musik, sowie auch die Einflüsse des klassischen Mittelalter Rocks. 
Die Band existiert nun seit 5 Jahren und hat rund 120 Auftritte in ganz Europa hinter sich.
Was relativ neu ist, ist dass man das Ganze Album bei Bandcamp als Digitale Version kaufen kann. http://cruadalach.bandcamp.com/
Die CD ist bei Metalgate Records in Tschechien erschienen.
Ich habe das Gesamte Album angehört und muss sagen, dass der Sound echt gut ist, und das Album absolut sein Geld wert ist. 

Fazit:

Schöne CD! Gute Band mit sehr professionellem Sound. Absolut Hörenswert!

Das Lied „Life Worshipping Bastards“ von der CD „Rebel Against Me“:

CD-Review – Grai Mlada

Aug
19
cover_mladaLebhaft und nachdenklich, rasant und gefühlvoll – die Musik von GRAI (dt. „Rabenschrei“) steckt voller Kontraste! Die Fünfertruppe aus der Republik Tatarstan im Osten Russlands steht für eine facettenreiche  Mischung aus filigranen Folkloreklängen und druckvollem Metal. GRAI  machen Folk-Metal, natürlich und ungekünstelt – und zwar ohne das  typische pagane Trinklied-Klischee!
2005 gegründet, können GRAI bereits auf eine EP und zwei Alben, sowie  zahlreiche Festivalshows und Konzerte an der Seite von Größen wie  Arkona, Dalriada oder Alestorm zurückblicken. Dabei kombinieren Irina  Zybina (Gesang), Ruzel „Ruzveld“ (Gitarre), Aliya „Leta“ (Flöte,  Dudelsack, Gesang), Yuri „Sadist“ (Bass, Growls, Kaljuka) und Andrey  Smirnov (Drums) „klassische“ Metal-Elemente wie bretternde  E-Gitarrenriffs, fette Drums und harte Growls mit traditionellen  Folklore-Instrumenten und klarem, oft mehrstimmigem weiblichem  Harmoniegesang. Die Songs handeln von der Verbundenheit zur Natur, der  Seele der Heimat und einer Zeit, in der das Schwert Ausdruck von Geist  und Kraft war; die russischen Texte sind mal fröhlich, mal nachdenklich  stimmend, mal patriotisch.
Nach dem Singing bei NOIZGATE Records 2014 steht für GRAI nun das  nächste Projekt an: Die Band veröffentlicht mit MLADA (VÖ 03.10.2014),  zu Deutsch etwa „Junges, hübsches Mädchen“, ihr drittes Studioalbum!  Gitarrist Ruzel verrät: „MLADA wird vielschichtig und abwechslungsreich  mit Songs voller Lebensfreude, Tanz, Action und Rhythmus, aber auch  einigen langsameren, besinnlicheren Stücken, die zum Nachdenken anregen.  Das Album enthält neben neun neuen Songs, darunter zwei  Instrumentalstücken, auch zwei Bonustracks: „V Objatyach Mary“ („In The  Arms Of Mara“), zu dem wir auch ein Video gedreht haben, und „Yaz‘“,  einem sehr lustigen Song über’s Angeln!“ Und pünktlich zum Album-Release  planen GRAI für September / Oktober 2014 ihre nächste große  Europa-Tour!
Soweit der Pressetext über diese Band, und jetz mal die Harten Fakten über die neue CD:
Länge: 46:18 Minuten
Titel:
1. Beard
Beginnend mit einer einprägsamen Melodie und dann übergehend in ein Lied, dass vom Sound her an Troll bends Fir erinnert, aber trotzdem ihren eigenen Charm hat.
2. Hunt
Das lied fängt mit einem E-Gitarren Riff an, setzt sich dann aber mit einer recht einfachen Melodie fort, die das gesamte Thema des Liedes übernimmt, durch Offbeat Parts in der Bridge kommt abwechslung in das Lied
3. Mlada
Mlada, was wie wir bereits aus dem Pressetext gelernt haben Junges hübsches Mädchen heißt, beginnt mit, wie war es auch anders zu erwarten mit weiblichem Gesang. 
4. Hugging the Storm
In diesem lied geht es um eine Frau, die beim Warten auf ihren liebsten den „Wind umarmt“. Wieder gesungen mit einer weblichen Stimme.
5. Hay Harvest
Ein eher frähliches lied, das die Geschichte der Heuernte und den Übergang vom Sommer in den Herbst beschreibt. Begleitet wird die Melodie von Maultrommeln.
6. Get Back
Eher getragen und etwas düster kommt dieses Lied daher. Das über das Wehklagen einer Frau berichtet, die zur „Mutter Lada“ betet, dass ihr geliebter heil vom Krieg wieder kommt.
7. I Will Sow My Sorrow
Ein sehr langsamer und leiser Song, welcher erst akustisch beginnt, und erst ab der Hälfte durch E-Gitarren unterstützt ist. 
8. Fortress (Instrumental)
Ein schönes instrumentales stück.
9. Outro
Ein instrumentales Outro, welches einen schönen Abschluss der CD bildet.
10. In The Arms Of Mara (Bonus)
Ein lied über den Winter. *
11. Yaz‘ (Bonus)
Ein kleines, kurzes lied über einen Fisch.
* In The Arms Of Mara kann schon auf Youtube angesehen werden:

 

FAZIT:
Wer auf Troll bends Fir oder Arkona steht kommt hier VOLL auf seine Kosten. Diese Band vereint sowohl die Spritzigkeit von Troll bends Fir, als auch die krassen Gesänge von Arkona. Von mir gibts hier ganz klar die Kaufempfehlung!

 

Vorbestellen kann man die CD HIER

CD Review: Huldre – Intet Menneskebarn

Mrz
8
Huldre_FrontcoverWenn man Skandinavien hört, denkt man an ein weites naturbelassenes Land, starke Krieger, schöne Frauen, Ruhe und Abgeschiedenenheit und an mystische Orte und Geschichten. Man könnte jetzt behaupten, dass passt nicht zusammen mit unserer schnellen, elektronischen Zeit. Wie also sollte Folk mit E-Gitarren funktionieren?
Das Album „Intet Menneskebran“ der dänischen Formation „Huldre“ zeigt, dass es geht! Mit ihrem Debütalbum treffen sie einen Zeitgeist, die Verbindung aus ruhigen schönen Klängen, gepaart mit Einflüssen aus dem Black- und Deathmetalbereich.
Fiedel, Flöte, E-Gitarre und Bass ergeben eine teils ungewohnte, durchgehend aber spannende Mischung, wobei bei den meisten Liedern der Gesang von Nanna Braslev im Vordergrund steht. Ihre Stimme bietet eine wunderbare, ausdrucksstarke Verbindung zu der Musik.
Bei „Spillemand“, das ein reines instrumental Stück ist, merkt man allerdings wie gut sich alleine die Kombination der Instrumente ergänzt und wieviel Power dahinter steckt.
Der sehr ruhige Titel „Beirblakken“ mag zwar als Kontrast zu Liedern wie „Ulvevinter“ oder „Knoglekvad“ stehen, in der Gesamtheit erhält man aber ein stimmiges Album.
„Ulvedinter“ als erstes Stück der CD überzeugt durch eingänige folkige Klänge die auf Ende hin sehr in den Black-Metal-Bereich gehen und somit einmal das gesamte Spektrum der Band aufzeigen. Es ist sehr eingänig und damit ein gut gewählter Opener.
Stiltechnisch gesehen geht „Trold“ fast nahtlos zum Vorgänger über, was man als Malus sehen könnte, doch durch seine teilweise fast schon Speed-Metal-Parts hebt es sich ab.
„Skovpolska“ beweist dann, dass man ruhige Musik, die einen an Faun oder Omina erinnert, sogar mit Death-Metal-Teilen mischen kann. Faszinierend ist dabei vor allem, dass die Sängern beides stimmlich sehr gut packt.
Der nächste Titel „Brandridt“ ist stärker vom Black Metal beeinflusst, strahlt aber dadurch Kraft und Stärke aus. Die Musik ist hart, die Stimme sanft, eine tolle Mischung, die man immer wieder gerne hört.
„Gennem Marsken“ ist durch seine Leichtigkeit und Verspieltheit sehr eingängig und man kann kaum stehen bleiben. Die Folkanteile überwiegen, was es prinzipiell ruhiger erscheinen lässt, jedoch sicherlich nicht weniger stark wie andere Stücke.
„Vaageblus“ klingt düster, sowohl vom Gesang, wie auch von der Musik her. Selbst wenn man den Text nicht versteht spürt man eine gewisse Beklommenheit. Ein Lied, dass im Gegensatz zu seinem Vorgänger steht und vor allem durch viele Black-Metal-Anteile besticht.
Mit „Havgus“ kommt wieder diese Beschwingtheit ins Spiel, die schon bei „Gennem Marsken“ durchkam, allerdings diesmal mit härteren Riffs. Der Gesang klingt trotzdem noch düster und ist daher eine wundervolle Mischung der vorherigen beiden Songs.
Ungewohnt erscheint „Spillemand“, da es ein Instrumentalstück ist, bei dem man aber sehr schön auf das Zusammenspiel der Instrumente achten kann. Hier zeigen Bjarne Kristiansen (Bass), Laura Beck (Violine), Lasse Olufson (Gitarre), Jacob Lund (Schlagzeug) und Troels Nørgaard (Flöte und Leierkasten) was sie können und wie gut die Instrumente harmonieren.
„Beirlakken“ ist wieder ein sehr folkiger und fröhlicher Titel, bei dem man kaum stehen bleiben kann. Die Flöte steht dieses Mal sehr im Vordergrund und bringt eine ganz eigene Dynamik rein.
„Knoglekvad“ klingt ähnlich wie das Stück vorher, nur zeigt es durch härtere Gitarren wieder einmal, wie gut diese Kombinationen funktionieren. Ein Song bei dem man sich in den Pit stürzen möchte.
Das letzte Lied der CD ist „Skærsild“ welches wirkt, als würde eine epische Heldensage durch die Musik erzählt werden. Unterstrichen wird das Ganze durch den Gesang, der ruhig und doch kraftvoll ist.
Fazit: „Intet Menneskebran“ ist ein Album, dass erst nach mehrmaligen hören wirklich voll zur Geltung kommt, dann aber richtig. Es ist stimmig und frisch, da man Teile davon so bisher selten gehört hat. Auch ohne Dänisch zu können vermittelt es Stimmungen und Kraft, was eine gute Band auszeichnen sollte. Es ist ein gelungenes Debütalbum, welches Lust auf mehr macht und ich bin mir sicher, dass man noch öfter von Huldre hören wird.

CD-Review: Knaat – Die Lichtung

Feb
19

knaat-cover[1]Besser spät als nie! In diesem Review geht es um das Debüt-Album der Jungheiden von KNAAT aus München! „Die Lichtung“ nennt sich der Silberling und er wurde komplett in Eigenregie produziert, gepresst und bisher auch vertrieben! Hierzu kann man gleich sagen, dass das den Jungs aus der bayrischen Landeshauptstadt durchaus gut gelungen ist:

Der Sound klingt warm und wohlig in den Ohren und lässt sich sehr angenehm hören. Lediglich die Drums hätte ich mir etwas präsenter gewünscht – die halten sich für meinen Geschmack etwas zu sehr im Hintergrund.

Auch das Cover und das der CD beiliegende Booklet sind sehr schön und stimmig gestaltet – andere würden behaupten es sähe kitschig aus. Tut es in gewisser Weise auch. Aber ganz ehrlich? Was wäre Pagan Metal ohne etwas Kitsch? Auf alle Fälle kann ich guten Gewissens behaupten dass hier keine Kosten und Mühen gescheut wurden.

Nun aber zur Musik an sich:

Als geneigter Hörer wird man vermutlich sofort merken, dass KNAAT das Rad nicht vollkommen neu erfinden aber auf alle Fälle versuchen nur die besten Räder an ihren Wagen zu zimmern. Soll heißen, man hört, dass viele verschiedene Bands aus dem Pagan-, Folk- und MeloDeath-Bereich hier Einfluss genommen haben. Ich persönlich höre da ein wenig Finsterforst („Die Lichtung“, „Spielmann“), Amon Amarth („Unter heiligen Hufen“), Wolfchant („Schenkentanz“) oder auch Equilibrium („Sturm auf Windhelm“) heraus, nur dass Knaat, vor allem im Bezug auf letztere genannte Band, ihre Synthies- und Keys nicht ganz so exzessiv einsetzen. Das kann man durchaus positiv verstehen.

Musikalisch erwartet den Hörer also ein bunter Mix vieler, nicht grundverschiedener aber auch nicht gleicher, Stile des heidnischen Schwermetalls.

Lyrisch gesehen bietet das Album einige interessante und vor allem auch erfrischende Passagen. Seien es die menschenfressenden Goblins (Gremlins, Orks, Trolle, whatever?) die singend um’s Feuer tanzen beim Titelsong „Die Lichtung“, der Ausflug ins tamriel’sche Himmelsrand (wo ich selbst etliche Stunden verbracht habe) bei „Sturm auf Windhelm“ oder auch der „Spielmann“ der feindliche Mannen mit seinem bloßen Flötenspiel zur Strecke bringt. Bei letzterem musste ich zwar an einen gewissen Waldbewohner der selbiges mit seiner Fiedel an unschuldigen Tieren ausübt denken aber was soll’s.

Abschließend kann man sagen dass KNAAT hier ein super und solides Erstlingswerk abgeliefert und es sich somit verdient haben mit aller Kraft unterstützt zu werden!

Also, schreibt die Jungs an, holt euch das Album!

KNAAT sind:

Max – Vocals
Leo – Guitar
Erwin – Guitar
Nico – Bass
Adrian – Keys
Michi – Drums

Contact:

knaat.de
facebook.com/KnaatBand
MySpace.com/Knaat

YouTube.com/KnaatBand
Twitter.com/KnaatBand

 

CD-Review: Mistur – Attende

Nov
26

Wer irgendwo in einem norwegischen Fjord die Augen schließt, kann sie vielleicht noch hören. Die Stimmen einer längst vergangenen Zeit, als die Erde noch voller Mystik steckte und für Heldentum noch Platz war. Mistur möchten uns davon erzählen. Es geht auf Norwegisch um nordische Götter und sie klingen wehmütig und sehnsuchtsvoll dabei. Ein Schauspiel voller urtümlicher Magie wird inszeniert, das weit vom Wikingerkitsch anderer Pagan Metal Bands weg ist.

 

Die stark dominierende Leadgitarre wird zum Märchenerzähler. Dagegen wirkt das Growling des untergeordneten Sängers monoton, was aber nicht weiter schlimm ist. Er ist der Protagonist von damals, durch den Spiegel der Zeiten ins kaum mehr Menschliche verzerrt. Die Wikinger auf dem Cover dieses Debütalbums scheinen ebenso zum Waldufer zu gehören wie der Nebel und die Nacht. Sie sind womöglich genauso flüchtig, sie sehen uns nicht an. Diese Distanz zum Erzählten ist stets spürbar und sorgt für eine grundlegende Melancholie.

 

Das Schlagzeug generiert stets passende Hintergrundatmosphäre, begleitet im unaufgeregten Midtempo oder ergeht sich in Black Metal Blast Beats, zeigt uns Erschütterungen der Welt, die bis heute nachhallen. Das Keyboard tritt gelegentlich als zweites Melodieinstrument oder auch zur atmosphärischen Untermalung auf. Dabei setzt es immer wieder überraschende Akzente, gebietet den stürmischen Gitarren kurz zu schweigen und lädt zum verträumten Nachsinnen ein. Neu ist das alles nicht, erinnert der Stil doch stark an die norwegischen Landsleute Windir, was Fans jedoch kaum stören dürfte.

 

 

Slaget

 

Nach einem kurzen bedrohlichen Intro reiten Mistur direkt durch Berg und Fjord in die Schlacht (norwegisch Slaget). Sie sind dabei eher melancholisch als kampfeswütig, verspielte Melodien legen einen märchenhaften Schleier über die Gräueltaten aus alter Zeit. Ein verschwommenes Zwischenspiel auf dem Keyboard und schon wird das klassische Schlachtengemälde mit den selben Themen abgerundet, mit denen es begonnen hat.

 

Svartsyn

 

Erhabene Raserei wird mit flächigem Keyboardsound bis zum Pathetischen gesteigert. Schließlich überraschen Mistur mit ätherischem Frauengesang, der zum verträumt-hypnotischen Schlussteil überleitet. Eine Abfindung mit dem Unvermeidlichen, die letzte Stufe des Schwarzsehens (Svartsyn).

 

Armod

 

Die Armut (Armod) ist ein überzeitliches Problem. Ein fast tänzerisches, ruhigeres Stück,  dessen beschwingt düsteres Klavier fast an Eisregen erinnert. Die verletzliche Seite Misturs gipfelt schließlich in einem Teil mit Akkustikgitarre und cleanem Gesang.

 

Skuld

 

Eine epische Hymne zur Ehre der Norne Skuld. Beinahe kann man dieser mächtigen Frau beim Weben des Schicksals zusehen, wiegend und elegant bringt sie die Gefallenen nach Walhalla, ein Thema mit vielen Variationen.

 

Mistur

 

Große, gediegene Melodien tragen diese instrumentale Selbstfindung. Die „Unreise“ (Mistur) beginnt und endet zart, ist dafür aber umso ausufernder und reichhaltiger in der Mitte, es kommt ein wenig die Stimmung von epischen Equilibriumsongs auf.

 

Skoddefjellet

 

Geradezu pompös beginnt diese Beschreibung des Nebelbergs (Skoddefjellet). Der Titeltrack der vorangegangenen EP offenbart uns mit den inzwischen gewohnten Mitteln ein Naturschauspiel, das mal einfach anmutig, mal vom Spuk heimgesucht wirkt.

 

Attende

 

Abwechslungsreich und opulent präsentieren Mistur in diesem fast dreizehnmütigen Epos noch einmal ein dramatisches Kapitel aus alter Zeit vom Kampf König gegen König und von der Vergeblichkeit des Krieges. Und schließlich kommt mit gleißendem Licht aus Tönen die größte Tragik zum tragen. Die Mutter sitzt auf dem kalten Berg und erfährt, dass er das achzehnte (attende) Jahr nicht erreichen wird.

 

 

Fazit

 

Wer die melancholische Seite des Folk Metal schätzt und etwas anderes sucht, als die übliche Party Musik, ist hier genau richtig. Komplexe Lieder mit eigentümlicher Stimmung und viel Variation sollten jeden begeistern, der sich gern von Musik in andere Welten tragen lässt. Selbst in ihren aggressivsten Momenten klingen Mistur noch melancholisch. Ein wertvolles Stück Metal, drastisch aber in sich harmonisch. Diese Musik ist nichts zum Mitsingen und nicht übermäßig hart, aber voller großer Bilder.

CD-Review: Varg – Guten Tag

Nov
8
 Mit knapp einem Monat Verspätung wünsche auch ich einen GUTEN TAG! Der Anlass? Die jüngste Veröffentlichung unserer Lieblingswölfe von VARG!
 Eines Vorweg: Ich versuche die Musik vollkommen objektiv zu bewerten. Mich interessieren die modischen Vorlieben eines Herren S. nicht, so absurd sie auch gewesen sein mögen, mich tangiert es total periphär ob die Band sich, die Szene oder sonst irgendwen in irgendeiner Form verraten hat und am allerwenigsten lasse ich mich von diesem Onkelz-Effekt beinflussen. Wer das hier liest wird vermutlich auch wissen was mit letzterem gemeint ist.
 Zum Album also: Es hört auf den ungewöhnlichen Titel „GUTEN TAG“, beinhaltet 14 Tracks und hat eine Spielzeit von nicht ganz einer Stunde. Das Album ist fett produziert, es lässt sich angenehm hören, das Artwork ist schön und stimmig. Hier wurden keine groben Fehler gemacht.
 Aber nun zur Musik:
 Man merkt dem Album auf alle Fälle an, dass VARG nicht auf der Stelle treten wollen. Sie lassen sich von vielen anderen Bands & Genres beinflussen (böse Zungen würde sagen sie „klauen“) und probieren Neues aus. Was mir persönlich sehr gut gefällt, denn über weite Strecken sind diese Wanderungen auf fremden Gefilden durchaus gelungen.  So ist der Titelsong „Guten Tag“ recht aggressiv und grob ohne viel Gedudel gehalten, während „Wieder mal verloren“ (feat. Päde von Eluveite) eine recht eindeutige Tendenz Richtung Mittelalterrock a la In Extremo oder Saltatio Mortis mit einer Prise Berliner Oi!-Punk zeigt. „Was nicht darf“ weist Rammstein’sche Spuren auf und „Horizont“ ist außerhalb des Refrains ein echtes Death-Metal-Brett! Diesen Einflüssen stehen allerdings auch z. B. die klassischen Pagan-Brecher „Frei wie der Wind“, „Angriff“ und „Blut & Feuer“ gegenüber. Diese Songs zeigen trotz Weiterentwicklung noch ganz klar die Wurzeln der Band auf. Mein persönliches Highlight des Silberlings ist allerdings „A thousand Eyes“. Richtig gelesen: Englisch. Und das auch noch unter Mitarbeit von niemand geringerem als Jonne von Korpiklaani welcher sich hier gesanglich eingemischt hat. Ein sehr geiler Pagan-Song der jeden der behauptet VARG hätten sich verraten auf seinen Platz verweisen sollte.
 Lyrisch bewegt sich das Album von gewöhnlichem Pagan-Futter, über Abrechnungen mit Hatern und der Gesellschaft (welche sie teilweise wie Texte von Stephan Weidner lesen), bis hin zur Anklage gegen die Kirche wegen Kindesmissbrauchs. Eingängig sind die Texte auf alle Fälle weitestgehend. Geistigen Tiefgang würde ich dennoch nach wie vor woanders suchen.
 FAZIT:
 Abschließend kann ich sagen, dass mir die vielen neuen Einflüsse und die damit einhergehende Vielseitigkeit des Albums sehr gut gefällt. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die Band diese gewonnen Einflüsse in Zukunft noch etwas besser in ihren eigenen ursprünglichen Stil verpackt, somit wieder mehr Eigenständigkeit gewinnt und vor allem den „Das ist doch von XYZ geklaut“-Schreiern die Luft nimmt. Alles in allem hat die Band hier ein solides Album abgeliefert und ich sage: Weiter so!

CD-Review: Le mur – In tenebris

Okt
11

Die Mauer wirft einen Schatten, erzeugt ein Stück Dunkelheit. 48 Minuten lang nehmen uns die drei Psychedelic Rocker von Le Mur (frz.: die Mauer) auf einen Trip mit in diese Dunkelheit (in tenebris = lat.: In der Dunkelheit). Dort begegnen wir schrägen schwer greifbaren Kreaturen.  Sie verfolgen uns und kommen vom Mond. Zumindest wird das im fünften Song dieses interessanten Debütalbums verkündet. Das ist ein wenig beängstigend, aber vor allem abgedreht, abwechslungsreich und spannend. Die Ruhe einer sternenklaren Nacht ist dabei trotzdem fast immer präsent. Der Bandname lässt sich auch als Lemur wie Halbaffe lesen. Diese Doppeldeutigkeit werden wir in ihrer Musik wiederfinden.

 

Um so deutlicher stellt dafür der Name des Albums das Leitmotiv dar. Jeder Songtitel referiert ziemlich direkt auf die Dunkelheit.  Ebenso zerrissen wie homogen präsentieren Le Mur mehr ein Gefühl als eine Geschichte. Das Intro und der letzte Song rahmen die anderen fünf Stücke, beide tragen den Titel O.m.e.n.. (Schein-)Abkürzungen sind ja bereits seit W.A.S.P. ein gängiges Mittel um bedeutungsschwanger zu wirken. Überhaupt gibt man sich im Hause Le Mur intellektuell: mehrere Sprachen und ein Bandfoto mit Schachbrett lassen auf anspruchsvolle Musik hoffen. Und diese Erwartungen werden erfüllt. Die Songs bewegen sich meistens im Midtempo, und lassen der Melodie viel Raum zur Entfaltung.

 

1. O.m.e.n. –  the beginning

Es beginnt mit zerlegten Akkorden auf der Rockorgel und ausgeblasenem Rauch. Der warme Sound zieht den Hörer sofort in seinen Bann.

 

2. cage

Nahtlos setzt der erste richtige Song des Albums ein und entfaltet eine hypnotische Wirkung. „We’re living in a cage“ stößt Matthias Gräf mit herrlich kaputter Stimme hervor und erinnert dabei ein wenig an zartere Orange Goblin. Das anfangs stark riffbetonte Stück wird schließlich immer konfuser, bedächtig eingesetzte spaceige Sounds beschwören eine ruhige Nacht, die für den Reisenden allerlei Merkwürdigkeiten am Wegesrand bereit hält.

 

3. [Titel ist nicht gelistet]

Ein entspanntes, losgelöstes Intermezzo, das durch den Gesang auch hintergründig bedrohlich wirkt, leitet zum nächsten Song über.

 

4. one way ticket to space

Verhältnismäßig kraftvoll und relativ schnell, aber durch gekonntes Spiel mit Gitarreneffekten ebenso abgehoben wie der Rest der Platte. Verspulter Stoner Rock mit leichten Ausflügen Richtung The Who.

 

5. die Nacht der Lemuren (Teil 3)

Zurückhaltende Instrumentierung, Hall auf dem paranoiden Gesang und ein wirrer Mittelteil, der mit der ruhigen Grundstimmung bricht, lassen diese Nummer stark herausstechen. Das Saxophon sorgt für zusätzliche Abwechslung.

 

6. in tenebris

Verdientermaßen der Titeltrack. Mit Orgelpunkt und entrücktem Gesang auf Latein wird eine sakrale Stimmung erzeugt, dann: irres Gelächter, der Saxophonist greift zur E-Gitarre und der Song driftet ab.

 

7. O.m.e.n. –  riddles in the dark

Mit verzerrter Orgel wird zum kompletten Stück ausgearbeitet, was das erste „O.m.e.n.“ begonnen hat. Noch einmal wird die komplette Reichweite der Musik ausgespielt, man präsentiert sich entspannt und wirr in einem. Der Trip findet einen letzten Höhepunkt.

 

Fazit:

Le Mur haben ein besonderes Album geschaffen, das im Gedächtnis bleibt. An die Intensität der ganz Großen reichen sie nicht heran, dafür müsste der Gesang noch mehr unter die Haut gehen und die Rythmusfraktion interessanter agieren. Aber sie erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre. Der fast durchweg klare Sound harmoniert perfekt mit der ruhigen, leicht mystischen Stimmung. Die ausgedehnten Soli der Leadinstrumente sorgen für Ausflüge in entlegene Winkel und einen wohligen Orientierungverlust. Hoffentlich gibt es bald Nachschub aus ihrer Welt! Eine große Empfehlung für jeden, der sich gern ein wenig verliert. Halbaffen sind die Herrschaften von Le Mur jedenfalls keine.

CD-Review: Aldaaron – Suprême Silence

Jul
25
Das beste Wort, um das neue Album „Supreme Silence“ der Franzosen von Aldaaron zu beschreiben ist wohl „Episch“. Die Band bietet eine abwechslungsreiche und dynamische Musik welche sich mit kaltem Black Metal paart, wie sie vermutlich seit dem Album „Storm of the Lights Bane“ von Dissection nicht mehr gehört worden ist! Die Texte sind inspiriert vom endlosen Niedergang der Menschheit, die schließlich im Album Titel „Supreme Silence“ endet – die Erde bereinigt sich von der Menschheit. Aldaaron wurde im Jahre 2004, in den dunklen Wäldern der französischen Alpen gegründet.Ihre Inspiration entsteht aus der Mystik der Natur und von einer idealisierten und fernen Vergangenheit. Ihre Musik ist die Vereinigung von furiosen epischen Melodien und atmosphärischen Parts.

TITEL:

01. Renégat:

Ein ruhiges und windiges Intro welches erst mit Gitarre beginnt und dann in einen eher harten und eintönigen Song übergeht, welcher geprägt ist von Growl Parts.

02. L´Homme Souverain:

Ein schneller höllenritt begleitet von französisch gesprochen Parts.

03. La Légende des Fils:

Schnell aber irgendwie eintönig.

04. Une Prière au Vent de l´Est:

Dieses Stick hat zwar eine klare Melodie, doch leider kommt sie etwas zu kurz.

05. Játteindrai la Pureté:

Das Word Soundteppich ist jetzt nicht falsch, dennoch muss ich sagen dass es sich echt gut anhört.

06. Suprême Silence:

Das Lied, welches der CD ihren Namen gibt beginnt nahezu Sphärisch, dann kommt aber wieder das Mörderische Tempo zu greiffen und macht aus der Sphärischen Stimmung eine Berg und Talfahrt der Geschwindigkeiten.

FAZIT:

Die Franzosen sind tempotechnisch ziemlich hart drauf. Alles ist schnell und Laut. Die Stimme des Sängers ist ziemlich kräftig und offensichtlich gut trainiert. Dennoch muss man sagen hat die Scheibe Strecken die recht eintönig sind, aber als Hintergrundmusik kann ich mir diese Musik schon gut vorstellen. VORSICHT DIESE MUSIK BEIM AUTOFAHREN VERURSACHT GESCHWINDIGKEITSÜBERSCHREITUNGEN!

CD-Review: Hangatyr – Helwege

Apr
13

Auf den Namen „Helwege“ hört das Album von HANGATYR welches mir hier heute vorliegt. Pagan-Black-Metal hat man sich zum Ziel gesetzt. Über die Umsetzung und ob dieses Ziel zufrieden stellend erreicht wurde kann man sich streiten.

 

Das Cover ist schön gestaltet, auch ein vernünftiges Booklet mit allen Lyrics liegt bei – hier hat man sich an gängige Standards gehalten – sehr schön! Auch beim Überfliegen der Titelliste fallen einem keine Besonderheiten auf: Winter, Frost und Schlittschuhfahren, Ahnengedöns und natürlich Göttergeschichten mit Heimdall – das Zeug welches man kennt wenn man mit derartiger Musik vertraut ist. Dagegen gibt es absolut nichts einzuwenden, damit macht man nichts falsch. Aber dennoch warten sicher viele Fans auf Bands die mal etwas andere Wege beschreiten. Ich persönlich hingegen fühle mich in diesen klassischen Gefilden jedoch ganz wohl und legte die Scheibe also nicht ganz ohne Vorfreude ein:

 

Das erste was einem aufällt ist der Drumcomputer. Dass der die Double-Bass wie ein Uhrwerk dahinstampft und die Blast-Beats ebenfalls gnadenlos und sauber durchknüppelt ist ja schön (und zu erwarten). Nur klingt das ganze leider furchtbar undynamisch. Jeder Schlag klingt genau gleich. Ein guter menschlicher Drummer hätte da wesentlich mehr Detailreichtum rausholen können. Insgesamt finde ich den Gesamtsound etwas drucklos.

 

Kompositorisch hingegen halte ich das Album dafür für eine Runde Sache: Nicht zu eingängig, aber auch nicht unnötig komplex. Man erkennt ein Schema, allerdings ohne dass einem ständig die selben Melodien in den Ohren hängen. Und sowas findet man im Pagan-Bereich nur recht selten. Auch an Abwechslung hat man gedacht: Im einen Moment hat man Blasts mit Geschrammel, im nächsten Takt ruhige, atmosphärische cleane Parts. Insofern ist es ist es schon nicht ganz unspaßig die Songs das ein oder andere Mal durchzuhören.

 

Wobei ich im selben Atemzug meinen nächsten Kritikpunkt anbringen muss: Der, zum Glück, sparsam eingesetzte Cleane-Gesang. Ich weiß ja nicht, entweder hat der Sänger sich geniert oder hatte schlicht keine Lust auf alle Fälle klingen besagte Passagen etwas herzlos und merkwürdig ausgesprochen. Vielleicht sollte man es beim nächsten Mal mit mehreren Mannen auf einmal probieren und dem ganzen etwas mehr Wucht und Mitsingfaktor zu verpassen.

 

 

 

Fazit:

Alles in allem kann ich sagen, dass wir hier mit HANGATYR eine Kapelle mit Potenzial haben welche jedoch bei „Helwege“ noch einige Schönheitsfehler begangen hat. Abwechslungsreiche, interessante und Spaß machende Kompositionen und saubere Saitenarbeit – das ist schonmal die halbe Miete. Jetz t noch etwas mehr Power im Gesamtsound, ein menschlicher Drummer (oder zumindest ein liebevollerer bzw. aufwändiger programmierter Drumcomputer) und leidenschaftlicherer Einsatz der Clean-Stimme und aus HANGATYR wird eine Band deren nächstes Album ich mir auch kaufen würde.

5 von 10 Trinkhörnern! HUMPPA!

CD-Review: VARDLOKKUR – ARTICULO MORTIS

Apr
12
Dänemarks musikalischer Schock Export Nummer 1 meldet sich 2012 mit dem dritten Studioalbum zurück. Zumeist in wütender Raserei verfallen prügeln die vier Kopenhagener auf Articulo Mortis alles nieder was sich ihnen in den Weg stellt. Hier wird roher und unverfälschter Black Metal der alten Schule abgeliefert … nicht mehr und nicht weniger ! Erschienen ist es im Hause Trollzorn.

Titel:

01. Abyss Incantation:

Sehr düster geht es gleich los! Ohne Intro und ohne einleitende Vorbereitung.

02. Articulo Mortis:

So wie es begann geht es gleich weiter!

03. Den Indre Deamon:

Jetzt wird es etwas melodischer, was aber dem guten Black Metal keinen Abbruch tut!

04. Hellpath:

Hier wird es schrill und schnell! Dieser Song ist etwas aufregender und schneller als die vorherigen.

05. Den Rustne Kloer:

Weiter geht es mit einem etwas härteren Song.

 

06. Temple Af Knogler:

Ein würdiger Abschluss für diese CD.

Fazit:

Man bekommt genau das was man von Vardlokkur erwartet! Guter alter TRUE BLACK METAL! Für Freunde des Black Metals ein wahrer Wohlgenuss. Leider ist die CD etwas kurz, aber hier gilt der Wahlspruch Klasse statt Masse!

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